Häufig gestellte Fragen zu Schweinegrippe
Die WHO hat die Alarmstufe 6 ausgerufen.
Damit ist die Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) als Pandemie
anerkannt. Wie gefährlich ist die Schweinegrippe? Wie kann man
sich vor Infektionen schützen? Solche häufig
gestellten Fragen hat das Robert Koch Institut (RKI) zusammen gestellt.
Hier eine Auswahl; weitere Fragen und Antworten finden Sie auf der Webseite des RKI.
- Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?
Das ist noch unklar. Bislang verläuft die Krankheit
meist relativ mild. Allerdings gab es aber in besonders betroffenen
Ländern wie Mexiko, den USA und Kanada schwere
Verläufe und Todesfälle. Die Sterblichkeit bei der
Schweinegrippe ist ähnlich der "normalen" saisonalen
Influenza. Anders als bei der saisonalen Grippe erkranken bisher
vorwiegend jüngere Menschen.
Bei der jährlichen Grippewelle kennt man die
zirkulierenden Viren gut. Zwar verändern sich die Viren
stetig, aber der Impfstoff wird jährlich angepasst, und es
gibt in der Bevölkerung einen gewissen Immunschutz. Bei der
Schweinegrippe handelt es sich dagegen um ein neues Influenzavirus,
gegen das kein oder kaum ein Immunschutz in der Bevölkerung
existiert.
- Gibt es typische Schweinegrippe-Symptome?
Die Symptome ähneln den Symptomen der
jährlichen (saisonalen) Grippe im Winter. Typisch sind Fieber,
Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit,
Appetitlosigkeit. Einige Menschen, die mit dem Erreger der
Schweinegrippe (H1N1) infiziert waren, berichteten auch über
Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Es ist davon auszugehen, dass das neue Influenzavirus H1N1 so
übertragen wird wie eine übliche Influenza:
überwiegend durch Tröpfchen, die zum Beispiel beim
Sprechen, insbesondere aber beim Husten oder Niesen entstehen und
über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute von
Kontaktpersonen gelangen können. Diskutiert wird aber auch die
Möglichkeit einer Übertragung durch so genannte
Tröpfchenkerne, die kleiner sind (kleiner als fünf
Mikrometer) und länger in der Luft schweben können
(aerogene Übertragung). Vermutlich kann die
Übertragung auch über Oberflächen erfolgen,
die mit virushaltigen Sekreten verunreinigt sind, wenn sie angefasst
werden. Dabei gelangen die Viren über die Hand in Mund, Nase
oder Augen.
- Wie lange dauert es, bis Symptome auftreten?
Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung
(Inkubationszeit) ist von der Art des Influenza-Virus
abhängig. Bei den Erregern der saisonalen Influenza
beträgt diese ein bis vier Tage, bei den Erregern der
Vogelgrippe hingegen zwei bis fünf Tage. Die genaue
Inkubationszeit des neuen Influenza-Virus ist noch unbekannt,
dürfte sich aber in den oben genannten Zeiträumen
bewegen und scheint wie bei der Vogelgrippe eher etwas länger
zu sein als bei der saisonalen Influenza. Die
Ansteckungsfähigkeit beginnt bei der saisonalen Influenza
bereits kurz (weniger als 24 Stunden) vor Auftreten der klinischen
Symptomatik und besteht danach gewöhnlich für drei
bis fünf Tage. Bei der neuen Influenza ist dazu noch nichts
bekannt, eine Ansteckungsfähigkeit vor Symptombeginn
lässt sich nicht ausschließen.
- Wie kann die Schweinegrippe (Mexikanische
Grippe; H1N1) diagnostiziert werden?
Das neue Virus H1N1 wird in speziellen Labors identifiziert.
Zur Diagnose sollte ein Rachen- oder Nasenabstrich möglichst
rasch nach Beginn der Erkrankung von einem Arzt entnommen und an ein
Labor eingesandt werden. Das Nationale Referenzzentrum für
Influenza am Robert Koch-Institut und einige weitere Laboratorien in
Deutschland können dieses Virus aber mit einer speziellen
Methode sicher nachweisen.
- Welche Medikamente stehen zur Verfügung?
Prinzipiell stehen zur ursächlichen Behandlung
Arzneimittel aus zwei Therapieklassen zur Verfügung: die
sogenannten Amantadine und die Neuraminidasehemmer Oseltamivir
(Tamiflu®) und Zanamivir (Relenza®). Bei den bisher im
Robert Koch-Institut untersuchten neuen Grippeviren haben sich die
Neuraminidasehemmer als wirksam erwiesen. Damit werden entsprechende
Untersuchungen aus den USA auch für die in Deutschland
aufgetretenen Viren bestätigt.
Eine individuelle Bevorratung mit antiviralen Arzneimitteln
wird nicht empfohlen. Diese Arzneimittel sind rezeptpflichtig, da sie
unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden müssen.
Das ist zum Beispiel deshalb wichtig, weil Unterdosierungen die
Entstehung von resistenten Viren begünstigen können.
Zudem ist die Eigendiagnose einer Influenza unzuverlässig; die
Influenza kann mit vielen anderen akuten Erkrankungen verwechselt
werden.
- Wie kann man sich schützen?
Schützen sollten sich bei einer Pandemie in jedem
Fall alle, die mit Erkrankten Kontakt haben. Zu den allgemeinen
Hygieneregeln zählen unter anderem:
- das Vermeiden von Händegeben, Anhusten, Anniesen,
- das Vermeiden von Berührungen der Augen, Nase oder
Mund,
- die Nutzung und sichere Entsorgung von
Einmaltaschentüchern,
- Empfehlungen zu einer intensiven Raumbelüftung,
- das gründliche Händewaschen nach
Personenkontakten, der Benutzung von Sanitäreinrichtungen und
vor der Nahrungsaufnahme sowie bei Kontakt mit Gegenständen
oder Materialien, die mit respiratorischen Sekreten von Erkrankten
kontaminiert sein können (zum Beispiel bei der Pflege von
Angehörigen - Bett- oder Leibwäsche, Essgeschirr,
Patienten-nahe Flächen),
- die getrennte Behandlung von an Influenza erkrankten
Personen, insbesondere von Säuglingen, Kleinkindern und
Personen mit chronischen Erkrankungen,
- die Empfehlung für fieberhaft Erkrankte, im eigenen
Interesse zu Hause zu bleiben, um weitere Ansteckungen zu verhindern,
- die Vermeidung von direkten Kontakten zu
möglicherweise erkrankten Personen sowie
- der Verzicht auf den Besuch von Theatern, Kinos,
Diskotheken, Märkten, Kaufhäusern bzw. die Vermeidung
von Menschenansammlungen.
- Das Tragen eines dichtanliegenden, mehrlagigen
Mund-Nasen-Schutzes kann in bestimmten Situationen, in denen ein
Kontakt zu anderen vermutlich infizierten Personen in geschlossenen
Räumen nicht vermeidbar ist, möglicherweise einen
gewissen Individualschutz bieten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
empfiehlt in ihrem Rahmen-Pandemieplan keinen Mund-Nasen-Schutz
für die allgemeine Bevölkerung. (Quelle: RKI)
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